Abessina in Kassel

Das Kasseler Restaurant „Abessina“ bietet eritreische und äthiopische Speisen aus dem Nord-Osten Afrikas.

Aufmerksam auf das von außen eher unscheinbare Restaurant, wurde ich Anfang 2010 während einer Google-Suche nach veganen Lokalitäten in meiner Umgebung. Viele von euch werden diese oft verzweifelte Suche sicherlich kennen. Schon kurze Zeit später war ich dann das erste Mal vor Ort. In der Kurt-Schumacher Straße 23. Hier hatte ich ein solches Restaurant nicht erwartet und bisher musste ich es übersehen haben. Da ich dieses Wochenende nun das dritte Mal dort essen war und sogar einen richtigen Kritiker (meinen Papa) an meiner Seite hatte, möchte ich euch nun meine Erfahrungen nicht vorenthalten. Das Abessina besticht mit einem gutbürgerlichen afrikanisch-dekorierten Ambiente und vor Allem mit sehr freundlichem Personal und dem stets zuvorkommenden und herzlichen Gastwirt. Dieser nimmt sich nicht nur Zeit für sämtliche Fragen der Gäste, sondern stellt auch gerne jede einzelne Mahlzeit vor und ist für Extrawünsche offen. Er hat stets ein Lächeln mitsamt eines fröhlichen Spruches auf den Lippen, womit er sich und somit sein gesamtes Restaurant in die Herzen der Gäste befördert.

Die Speisen sind wunderbar zusammengestellt. Auf der Karte finden sich Gerichte mit Fleisch, aber auch vegetarische und vegane Gerichte. Selbst beim relativ kleinen Buffet ist für jeden Geschmack etwas dabei. Verhungern wird hier keiner. Auch preislich war ich sehr erstaunt, so erwartete ich für ein Spezialitäten-Restaurant erhöhte Preise, war aber letztlich immer mit etwa 12 Euro (2 Getränke enthalten) dabei und reichlich gesättigt. Bisher gab es nach jeder Mahlzeit einen Schnaps aufs Haus, was gut für die Verdauung ist. Besonders nach einer Speise, die man nicht gewohnt ist. Was leider auf der Karte fehlt sind die Nachspeisen. Die gibt es hier einfach nicht. Mich persönlich störte dies bisher nie, aber mein Papa, der Kritiker, hätte schon gerne ein Eis bestellt. Er war natürlich wenig gnädig und teilte seine Beobachtungen jedes Mal mit, wenn der Gastwirt in der Nähe war. Ganz plötzlich kam dieser dann tatsächlich mit einem Eis für ihn um die Ecke, was uns alle ziemlich erstaunte. Das Abessina. Felxibel und immer für eine Überraschung offen. :)

Natürlich gibt es auch ein paar negative Kritikpunkte, die bei mir aber die wenigste Gewichtung haben. Auf der Herrentoilette fehlte an diesem Wochenende etwas um die Hände abzutrocknen, die Damentoilette ist sehr dunkel und es fehlte an genügend Klopapier. Auch wurde bei drei Besuchen zwei mal in einem Nebenraum gesaugt, so dass es den Geräuschpegel im Gastraum etwas erhöhte. Diese Beobachtungen brachten aber nicht mal meinen Papa zum wanken, obwohl er zu Beginn wirklich äußerst misstrauisch war. Das Lokal ist eben äußerlich betrachtet nicht immer im Top-Zustand, aber das Personal, das Essen und die Herzlichkeit lassen diese Oberflächlichkeiten im Schatten stehen und machen dies vernachlässigbar.

Mein persönlicher Tipp:

  • Alitscha – mit Injera, Reis oder Kuskus und Salat serviert
  • Guavesaft (!)
  • Injera-Brot

Letzteres ist ein gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl (Hirsemehl). Die äthiopischen und eritreischen Speisen werden auf diesem Brot serviert und dienen dort als Teller und als Besteckersatz. Da das Teffmehl in Deutschland nur schwer zu bekommen ist, wird es oftmals mit anderen Mehlsorten wie Maismehl vermischt. Im Abessina erzählte man uns, dass die fertigen Injera etwas über die Qualitäten der Frauen aussagen die sie gemacht haben. So ist das Injera einer „gute“ Frau stets voller kleiner „Augen“, während eine „schlechte“ Frau eher glatte Injera ohne diese vielen Ausbuchtungen macht. Bedeutet für mich: Die Herstellung ist nicht so einfach wie sie aussieht. :) Aber ich werde dieses Brot definitiv mal nachbacken und möchte euch an dieser Stelle natürlich das Rezept nicht vorenthalten.

Injera

  • 700 g Weizenmehl
  • 300 g Maismehl
  • 1 Hefe (1 Würfel)
  • 1 TL Salz

Zubereitung des Vorteigs: Ein Tag vorher die Hefe in einer Tasse in wenig Wasser auflösen, etwas Mehl zugeben und an einem warmen Ort „gehen“ lassen. Mehl und Maismehl in eine große Schüssel geben, die aufgelöste Hefe und etwa 2 l lauwarmes Wasser hinzufügen. Durchkneten bzw. rühren, bis der Teig schön glatt ist, zudecken und an einem warmen Ort wieder „gehen“ lassen. Wenn sich der Teig nach einigen Stunden abgesetzt hat, das Wasser abgeschöpfen. Nun gibt man 1 TL Salz und ca. 1 l gut warmes Wasser zu und rührt die Masse gut durch. Sobald der Teig schön aufgeht, kann man 1 Schöpflöffel voll in eine heiße beschichtete Pfanne gießen (ohne Fett) und schnell durch Bewegen der Pfanne verteilen. Mit einem Deckel zudecken. Der Fladen ist fertig, wenn er sich vom Rand löst. Er muß viele kleine Bläschen aufweisen. Die Pfanne nach jedem Durchgang vorsichtig (heiß!) mit einem Küchentuch sauberwischen. (Quelle)

http://abessina-kassel.de

8 Gedanken zu “Abessina in Kassel

  1. Bin vor kurzem zum Studieren nach Kassel gezogen & hab das Abessina nun auch endlich mal ausprobiert. Bin total begeistert. Lecker²! :)

  2. Ich war kürzlich dort essen und es hat wirklich großartig geschmeckt…das Personal ist wie erwähnt total nett und hat mir sogar erklärt wieso auf der Speisekarte extra gesondert vegane Speisen angeboten werden.
    und zwar weil die eritreischen, christlich-orthodoxen Einwohner 6 Monate im Jahr gar keine tierischen Produkte essen und dann drei Monate nur zwei mal die Woche Fleisch essen dürfen (oder ähnlich)
    Es hat mich schon erstaunt das veganes Essen in einer Kultur verankert ist…
    ich werde auf mich dort auf jeden Fall öfters blicken lassen…

  3. Liebes Abessina-Team,

    wir waren heute das 2. Mal bei Euch essen.

    Super nette Bedienung, total leckeres Essen, tolles gemütliches Ambiente!!!! Also Note 1+!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Macht weiter so. Einfach klasse!

    Wir sehen uns wieder.

    Gruß Katharina und Guido

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